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1.19 Pädagogische Angebote im letzten Kitajahr

Die Schulanfänger im letzten Kindergartenjahr

Die Schulvorbereitung beginnt nicht erst im letzten Kindergartenjahr, sondern vom ersten Tag an. Das Spielen ist die wichtigste Lernform für Kinder. So erlangen sie auch ihre Schulfähigkeit. Kindertageseinrichtungen und die Familien legen den Grundstein für lebenslanges Lernen, indem Leistungsbereitschaft, Neugier, Probleme lösen, Freundschaften, Dialogbereitschaft, soziale Kompetenz und Teamfähigkeit gefördert werden. 
Im letzten Kindergartenjahr ist zu erkennen, dass die Kinder in einem Spannungsverhältnis zwischen Vertrautem, Verlässlichem, immer Wiederkehrendem und in Erwartung eines neuen Lebensabschnittes mit Ungewohntem, Unbekanntem und Verunsicherndem leben. Dies wiederum vollzieht sich in einem sehr individuellen Erleben.

In ihrem letzten Kindergartenjahr wollen wir die Kinder noch einmal in besonderer Weise herausfordern, sie ermutigen und ihnen zum Teil auch neue Anreize bieten. Vor dem Übergang eines Kindes von der Kita in die Grundschule beschäftigen sich pädagogischen Fachkräften, Eltern, Lehrkräfte und natürlich die Kinder selbst damit, was wohl nötig sein wird, damit das Leben und Lernen dort möglichst gut gelingt (siehe auch Standard Kooperation mit der Grundschule). Ein Kind, das in die Schule kommt, sollte bestimmte Kompetenzen im emotionalen, sozialen, kognitiven, motorischen und im lebenspraktischen Bereich entwickelt haben. (MU1)

Kompetenzen im emotionalen Bereich:

Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Kritikfähigkeit, Zuversicht, sich realistisch einschätzen können.

Unsere Förderung im Alltag:

Durch Wertschätzung und Anerkennung kann das Kind Selbstvertrauen entwickeln. Durch im Alltag selbstgewählte Aufgaben übernehmen die Kinder Verantwortung, und stärken dadurch ihr Selbstbewusstsein. Sie erlangen Zuversicht durch unsere positive Resonanz und das Wahrnehmen ihrer Erfolge. Falls Kritik angebracht ist, so wird diese sachlich geäußert. Nicht das Kind, sondern die Sache wird kritisiert. Das Kind soll sich realistisch einschätzen können. Dies erreichen wir, indem wir Lob und Kritik in gutem Gleichgewicht halten. Wir lassen es eigene Erfahrungen sammeln, positiv wie negativ. Dadurch, dass wir nicht zu schnell eingreifen, werden Lösungen nicht gleich vorgegeben.

Kompetenzen im sozialen Bereich:

Gruppenzusammenhalt stärken, Freundschaften schließen und pflegen, Empathie, Offenheit, Konflikte lösen können, respektvoller Umgang mit anderen, Verantwortung für sich und andere, Regelbewusstsein, Bedürfnisse äußern und zurückstellen können.

Unsere Förderung im Alltag:

Der Umgang mit Regeln wird während der gesamten Kindergartenzeit erfahren. Auch lernen die Kinder täglich den respektvollen Umgang miteinander. Deshalb wird ein kritisiertes Verhalten des Kindes in einem Gespräch reflektiert. 

Vermehrt werden dem Kind Aufgaben und Verantwortungen übertragen. Dazu setzen wir Regelbewusstsein voraus, denn die Regeln der Gruppe und später der Klasse sollten verbindlich sein. Es lernt, die Konsequenzen für sein Tun zu tragen. Gemeinsame Aktivitäten werden für die Kinder einer Gruppe oder gruppenübergreifend angeboten. Dadurch wird der Gruppenzusammenhalt gestärkt. Es entsteht ein „Wir-Gefühl“.

Im Alltag lernt das Kind, seine Bedürfnisse zu äußern, evtl. durchzusetzen oder zurückzustellen. Es darf mitentscheiden, denn jeder hat ein Mitspracherecht. Das Kind lernt, dass es ernstgenommen wird, aber auch die Meinung des anderen zählt.

In einem Projekt zur Resilienz Förderung, durch unsere Fachkraft (Plus-Kita), werden die Kinder im sozial-emotionalen Bereich gefördert. Ziel des Projektes ist es, ihr Kind zusätzlich in seinen persönlichen Fähigkeiten zu fördern, um den Veränderungen und damit einhergehenden Herausforderungen und Krisen im Leben möglichst gestärkt entgegen treten zu können.

Kompetenzen im kognitiven Bereich:

Konzentration, Ausdauer, Mengen- und zahlenbezogenes Wissen, Sprachkompetenzen werden vertieft und erweitert. Fähigkeit zum logischen und folgerichtigen Denken, Merkfähigkeit.

Unsere Förderung im Alltag:

Jedes Kind entwickelt ein anderes Lerntempo. Wir beobachten die einzelnen Kinder und unterstützen sie, indem wir ihnen gezielte Impulse, besonders aus ihrem Interessensgebiet geben. Dadurch kann eine gezielte Förderung für jedes einzelne Kind stattfinden.

Bei Erzählungen und Geschichten achten wir vermehrt darauf, dass Ihr Kind die Inhalte wiedergeben kann. Dabei ist uns wichtig, dass Ihr Kind lernt, dass Angefangenes (wie z. B. Spiele) zu Ende gebracht werden. Somit werden Ausdauer und Konzentration gefördert. Des Weiteren bekommen Ihre Kinder z. B. kleine Informationen oder Aufgaben, welche Sie an die andere Gruppe oder an Sie weitergeben müssen. Dies schult Ihr Kind, um den Anforderungen in der Schule gerecht zu werden.

Kompetenzen im motorischen Bereich:

Fließende, geschickte Bewegungen, gute Körperwahrnehmung, Auge-Handkoordination, Körperspannung

Unsere Förderung im Alltag:

Wir achten auf gezielte, sowie freie Bewegungsangebote im Freispiel. Beispielsweise haben wir einen Außenbereich mit Situation orientiert gewählten Spielgeräten, die zu verschiedenen Bewegungsabläufen anregen. Regelmäßig werden in dem großzügig ausgestatteten Turnraum Bewegungsangebote durchgeführt, die die Entwicklung Ihrer Kinder fördern. Einmal wöchentlich gehen wir in der näheren Umgebung spazieren.

In Kooperation mit dem N-ergy FitnessCenter findet 2-mal jährlich ein Bewegungsangebot mit 5 Einheiten wie z. B. Kickboxen oder Video Clip Dancing statt.

Kompetenzen im lebenspraktischen Bereich:

Die Fähigkeit zur Selbstorganisation, sich in der Schule und auch im späteren Leben gut zurechtfinden, sich für seine Sachen verantwortlich fühlen, allgemeine Selbständigkeit, Räumlichkeiten und Bezugspersonen wechseln können, sich alleine an- und ausziehen, aus eigenem Antrieb etwas erreichen.

Unsere Förderung im Alltag:

Im freien Spiel wird die Freude am selbständigen Tun und an der Entdeckungsfreude gefördert. Dazu geben wir dem Kind Impulse. Ebenfalls gehen wir im Freispiel auf Dinge ein, die gerade für sie aktuell sind. Auch halten wir es für wichtig, dass Ihr Kind sich für seine Gegenstände verantwortlich fühlt. Dabei achten wir darauf, dass benutzte Dinge ordentlich fortgeräumt werden und es sich allein an- und ausziehen kann. Zügiges Erledigen der Aufgaben ist ebenfalls in der Schule erforderlich. Aus diesem Grund ist es für uns wichtig, dass das Kind eine Sache ohne Unterbrechung zu Ende führt. Um das Verantwortungsgefühl der Kinder zu fördern, führen die Vorschulkinder selbst gewählte Aufgaben durch.  

Zudem finden in jedem neuen Kindergartenjahr unsere sogenannten „Schulkinderspiele“ statt. Diese werden von zwei pädagogischen Fachkräften begleitet und in je nach Gruppengröße und Entwicklungsstand in Kleingruppen einmal wöchentlich bearbeitet und angepasst. In diesen Treffen werden ganzheitliche Angebote zu Buchstaben Zahlen Reime, Spiele zu Silben, uvm. durchgeführt, um die Feinmotorik, die Ausdauer und Konzentration zu fördern.

Des Weiteren findet einmal im Jahr ein Elternnachmittag/-abend mit den Fachkräften statt. Der Schwerpunkt für die Eltern liegt darin, das Bewusstsein der benötigten Ressourcen für die Einschulung zu sensibilisieren und ihnen alltagspraktische Möglichkeiten an die Hand zu geben, diese aktiv zu stärken.

Für die Vorschulkinder wird einmal im Jahr ein Tag zum Thema „Brandschutzerziehung“ angeboten. Des Weiteren findet ein Spaziergang mit der Polizei und einer Fachkraft statt, ebenso besuchen wir an einem Vormittag die ansässige Grundschule Steinheim.  

Mit der Lenkungsgruppe des Familienzentrums (Kooperationspartner Praxis für Logopädie Hornemann & Wilke, Städtische Grundschule Steinheim, Musikschule Steinheim, Städtisches Familienzentrum Pusteblume, Kathalisches Familienzentrum St. Marien, Evangelisches Katharina von Bora Familienzentrum und dem N-ergy) findet für alle Vorschulkinder und ihren Familien aus dem Stadtgebiet Steinheim ein Vorschulparcours „Fit für die Schule“ in der Stadthalle statt.

Zum Abschluss eines jeden Kindergartenjahres bieten wir eine Verabschiedung mit den Vorschulkindern und deren Eltern an. 

Mitgeltende Unterlagen (einzusehen im Kindergarten):

MU1 Schulfähigkeitsprofil NRW