Inhalt

1.12 Inklusion als Pädagogik der Vielfalt

Unterscheidung von Integration und Inklusion

Der Begriff Integration leitet sich vom lateinischen Verb „integrare“ ab und bedeutet Einbeziehung und Eingliederung in ein größeres Ganzes. Integration meint die Anerkennung des Andersseins verschiedener Menschen in einer Gemeinschaft trotz bestehender Unterschiede.

Inklusion lässt sich ebenfalls aus dem Lateinischen ableiten und steht für „der Einfluss“, „einschließlich“ und „Dazugehörigkeit“. Es ist somit die konsequente Weiterführung von Integration.

Inklusion stellt bisherige Denkmuster auf den Kopf, denn Inklusion umfasst weit mehr als die Integration von Kindern mit Behinderung. Es geht um die Wertschätzung aller Kinder in ihrer Vielfalt und um das Ideal des gemeinsamen Lebens und Lernens mit der ganzen Bandbreite möglicher körperlicher, psychischer, kognitiver und sozialer Merkmale einschließlich aller vorkommenden Stärken und Schwächen. Inklusives Arbeiten in der Kindertageseinrichtung orientiert sich somit auch an den Inhalten der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Diese betrachtet Behinderung als Bestandteil des menschlichen Lebens und das Recht behinderter Menschen auf Selbstbestimmung und Teilhabe als Bereicherung für die Gesellschaft.

Inklusion als pädagogische Praxis in der Kindertageseinrichtung

Wir in unserer Bildungseinrichtung schaffen eine Lernumgebung, die die Vielfältigkeit der Kinder und ihrer Familien widerspiegelt und repräsentiert. Für uns ist Inklusion eine Haltung. Diese Haltung bedeutet die Wertschätzung der Vielfalt und Unterschiedlichkeit und muss von allen gelebt werden. Alle, die zu uns kommen, haben Besonderheiten und diese werden von uns als Bereicherung angenommen. Bei uns ist niemand nur dabei, sondern immer mittendrin. Wir haben im Blick, was die Kinder „mitbringen“, welche Ressourcen sie haben und wo sie in ihrer Entwicklung unterstützt werden können. Uns ist bewusst, jeder braucht etwas Anderes, nicht alle brauchen das Gleiche.

Daher widerspricht es dem Inklusionsgedanken nicht, wenn für ein Kind mit besonderen Bedürfnissen ein Antrag auf Integration gestellt wird. Wir versuchen, Eltern in diesen Fällen gut zu beraten und zu begleiten.

Den Personensorgeberechtigten mit Sprachbarrieren versuchen wir, Hilfe durch Angebote, wie Broschüren in der Muttersprache oder eventuell Dolmetscher (z.B. Eltern mit gleichem kulturellen Hintergrund/ Sprache) anzubieten. Ein wichtiges Anliegen ist es uns, Personensorgeberechtigten aller Herkunftsländer zu integrieren. Unsere Einrichtung beteiligt sich ebenfalls aktiv an interkulturellen Veranstaltungen, die von Anbietern verschiedener Herkunftsländer ausgerichtet werden.

Im pädagogischen Alltag mit den Kindern ist es wichtig, den Entwicklungsstand eines jeden einzelnen Kindes im Blick zu haben (s.a. Standard Beobachtung/Dokumentation). Aufgrund der Beobachtung müssen entsprechend dem Entwicklungsstand des Kindes Angebote so konzipiert werden, dass kein Kind ausgeschlossen wird und jedes Kind ein für sich individuelles Erfolgserlebnis verspüren kann.

Eine Mitarbeiterin in unserer Einrichtung ist Inklusionsfachkraft, zwei weitere pädagogische Fachkräfte bilden sich in entsprechenden Fortbildungen zum Thema Inklusion bzw. interkultureller Kompetenzen stetig weiter.

Seit 2019 haben wir ein Therapiebegleithunde–Team bei uns in der Einrichtung. Dieses Team besteht aus einer pädagogischen Fachkraft und einem Hund namens Lotta. Beide werden alle zwei Jahre re-zertifiziert. Weitere Informationen sind unter dem Konzept Tiergestützte Therapie einzusehen.

Des Weiteren haben wir seit 2023 eine pädagogische Fachkraft, welche die Weiterbildung zur Reitpädagogin hat. Diese kommt alle zwei Wochen mit ihren Ponys in die Einrichtung und bietet vor allem für unsere Integrativkinder den Umgang und das Reiten auf den Ponys an.

Inklusion als Öffnung nach außen

In unserer städtischen Kindertageseinrichtung ist jeder willkommen. Wir wollen jeden, der sich für uns interessiert, erreichen. Darum sind unsere Türen für jeden offen. Wir laden ein zu großen gemeinsamen Kreisen, Spielzeug- und Kleiderbörsen, Familienfesten und Begegnungen mit Senioren unserer Stadt.

Unser Anliegen ist es, die Einrichtung so zu gestalten, dass sie für alle barrierefrei zugänglich ist. Uns ist es ebenfalls wichtig, dass wir mit den Kindern unserer Einrichtung durch viele offene Türen gehen. Wir nehmen aktiv am öffentlichen Leben unserer Stadt teil.

Wir kooperieren mit den örtlichen Schulen, umliegenden Weiterführenden- und Fachschulen und nehmen deren Schüler*innen als Praktikant*innen gerne bei uns auf.

Durch unsere regelmäßige Bedarfsabfrage, richten wir uns nach den Bedürfnissen der Familien. Auch die Schließzeiten werden mit dem Elternrat abgestimmt.