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1.06 Bedeutung des Spiels (Freispiel)

Die Bedeutung des Spiels (Freispiel)

Das freie Spiel hat in unserer Kindertageseinrichtung einen hohen Stellenwert, es nimmt die meiste Zeit des Tages ein. Das Freispiel beginnt mit dem Ankommen des Kindes in der Kita und dauert bis zum Abholen an. Jedes Kind wählt selbst bestimmt seinen Spielort und seine Spielpartner aus. Es entscheidet auch über die Art des Spiels und das Spielmaterial. Unterbrechungen des Freispiels finden durch Aktivitätsangebote/ Stuhlkreis und gemeinsame Aktionen statt. Die Kinder nutzen das Spiel als Ausdrucksmittel und können sich darin mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Viele Erfahrungen und Erlebnisse fließen in das Spiel ein. Alltagsituationen, Stress und Ängste können auf diese Weise verarbeitet werden.

Wir sehen das freie Spielen als immens wichtiges Lernfeld für die Kinder an. Gerade durch die freiwillige und selbstständige Auswahl bietet das Freispiel eine hohe Intensität der Lernerfahrungen. Spiel ist Lernen mit allen Sinnen und eine Förderung jeden Kindes in allen Bildungsbereichen, wobei viele Bereiche im Spiel ineinandergreifen.

Lernerfahrungen im Spiel

Die Lernerfahrungen im Spiel sind vielschichtig. So lernt das Kind im sozial-emotionalen Bereich: Rücksichtnahme, Selbstständigkeit, Selbstvertrauen und Frustrationstoleranz. Es lernt Freundschaften zu schließen, eigene Interessen zu verfolgen und eigene Pläne zu machen. Im kognitiven Bereich lernt das Kind: Konzentration, Ausdauer und eignet sich Wissen an durch aktives Ausprobieren. Im grob- und feinmotorischen Bereich macht das Kind Erfahrungen durch Bewegung, über Körpererfahrungen und Gleichgewicht. Es testet Kreativität und Fantasie. Jedes Spiel ist auch immer begleitet von Kommunikation. Alle Bereiche der Sprachentwicklung werden im Spiel angeregt. In unserer Einrichtung achtet jede Erzieherin darauf, dass jedes Kind genug Zeit zum Ausprobieren seiner Fähigkeiten bekommt. Kinder haben einen unterschiedlichen Entwicklungsrhythmus, sie lernen im eigenen Tempo.

Lernorte in der Kindertageseinrichtung

Den Kindern stehen für ihre Freispielaktivitäten unterschiedliche Spielbereiche mit abwechslungsreichen Materialien zur Verfügung, die zu den verschiedensten Arten des Spiels anregen sollen: Rollenspiele, Regelspiele, Konstruktionsspiele, Funktionsspiele, Bewegungsspiele und Symbolspiele. Freispiel findet in unserer Einrichtung im Gruppen- und Gruppennebenraum mit seinen Funktionsbereichen statt (Kreativbereich, Lesebereich, Puppenwohnung, Experimentierbereich, Spiel- und Konstruktionsteppich. Auch das Außengelände wird von den 5 bis 6 jährigen Kindern selbstständig (in der Mittagszeit) im Freispiel genutzt. Unter Aufsicht einer Erzieherin hat eine Kleingruppe von Kindern in unregelmäßigen Abständen die Möglichkeit, dass Freispiel in die Turnhalle oder den Außenbereich zu verlagern.

Aufgabe und Haltung der Erzieherin

Die Aufgabe der Erzieherin im Freispiel ist es, Lernbegleiterin der Kinder zu sein. Eine große Rolle spielt hier die Beobachtung: Wir sehen, welche Spiele das Kind bevorzugt, welche Beschäftigungen es auslässt, wie es spielt, ob es sich vertiefen kann, Ausdauer zeigt, welche Entwicklungsschritte es auf geistiger, körperlicher, sozialer und emotionaler Ebene macht.

Wir unterstützen die Kinder in Konfliktsituationen, wobei die Betonung auf Unterstützung liegt. Je nach Alter und Entwicklungsstand der Kinder bieten wir Hilfen zu Konfliktlösung an. Gemeinsam mit dem Kind wird nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, wobei jedes Kind seine Sicht der Dinge nach seinen Möglichkeiten schildert.

Eine weitere Aufgabe der Erzieherin im Freispiel ist, für die optimale räumliche und materielle Ausstattung zu sorgen, indem sie aufgrund der gemachten Beobachtungen immer neue Anreize und Herausforderungen für die Kinder bietet. So sorgt sie auch dafür, dass einzelne Kinder im Freispiel gezielt ansprechende Materialien zur Förderung in einzelnen Bereichen erhalten. Kindern, die ihre Kontaktfähigkeit noch entwickeln müssen, bietet die Erzieherin in unserer Kita Unterstützung an, indem sie sie an Spielgruppen heranführt.

Jedes Kind darf im Freispiel seinen Interessen nachkommen, Kinder dürfen auch einfach nur beobachten (scheinbar „nichts tun“)!