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1.01 Eingewöhnung 

Eingewöhnung

Das Eingewöhnungskonzept unserer Kindertageseinrichtung orientiert sich an der Bindungstheorie nach John Bowlby und an den Forschungsergebnissen des Instituts für angewandte Sozialisationsforschung (INFANS) zur Gestaltung der Eingewöhnungsphase von Kindern in Kindertageseinrichtungen (Berliner Eingewöhnungsmodell).

Das Berliner Eingewöhnungsmodell wird zur Eingewöhnung aller Kinder unserer Einrichtung unter drei Jahren angewandt. Bei Bedarf kann auch ein älteres Kind nach dem gleichen Verfahrensablauf eingewöhnt werden. Die Eltern werden bereits bei der Anmeldung des Kindes informiert, dass eine Begleitung des Kindes in den ersten ein bis drei Wochen von ihnen erwartet wird, um ihnen die Möglichkeit der Planung zu geben. MU 2

Alle Mitarbeiterinnen sind mit der Bindungstheorie nach Bowlby und dem Vorgehen im Berliner Eingewöhnungsmodell vertraut. Ihnen ist bewusst welche Bedeutung Bindung für den kindlichen Entwicklungsverlauf hat.

Alle U3 Kinder werden zu Beginn des Besuchs unserer Kindertageseinrichtung von einem Elternteil (oder einer anderen Bindungsperson) begleitet. Die Bindungsperson steht dem Kind zur Sicherung und Unterstützung seiner Anpassungsleistungen zur Verfügung.

Vor Beginn eines neuen Kindergartenjahres werden die neuen Eltern zu einem Informationselternabend in den Kindergarten eingeladen. An diesem Abend wird anhand einer Power-Point-Präsentation die sanfte Eingewöhnung vorgestellt. (MU3)

Zudem werden Termine mit den Eltern für ein Aufnahmegespräch vereinbart, zu dem das Kind herzlich mit eingeladen ist. So hat es die Möglichkeit in einem ersten Kontakt den Kindergarten und eine Erzieherin der Gruppe kennenzulernen. In diesem Aufnahmegespräch dokumentiert eine Erzieherin der Gruppe, in die das Kind gehen wird, die Entwicklung und Gewohnheiten des Kindes aus Sicht der Eltern. Als Geschenk erhalten die Eltern zum Abschluss des Gespräches ein Buch zur sanften Eingewöhnung als Orientierung. Ein weiterer wichtiger Punkt am Aufnahmegespräch ist das Datum des ersten Kindergartentages. Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres werden pro Woche 2 bis 3 Kinder ihren ersten Kindergartentag haben, damit die Erzieherinnen jedem Kind Aufmerksamkeit und Zeit schenken können. Am ersten Kindergartentag werden die neuen Kinder und ihre Begleitperson von den Erzieherinnen in der Gruppe herzlich begrüßt. Das Kind erhält nun Zeit die anderen Kinder und die Erzieherinnen kennenzulernen und den Gruppenalltag zu beobachten. Durch anregende Spielmaterialien wecken wir das Interesse des Kindes. Es kann daraufhin selber entscheiden wo und mit wem es spielen möchte. Die Erzieherinnen der Gruppe begleiten das Kind in diesem Prozess. Das Kind entscheidet, zu welcher Erzieherin es im Laufe der Eingewöhnung eine besondere Bindung aufbaut. Diese Erzieherin ist zu beginn Ansprechpartner für das Kind, im Laufe der Eingewöhnung werden alle Erzieherinnen dann Ansprechpartner. Die begleitete Eingewöhnungszeit dauert mindestens eine Woche. Die tägliche begleitete Anwesenheitszeit des Kindes in der Einrichtung dauert während der Eingewöhnungszeit zwischen ein und zwei Stunden. In Abhängigkeit von der erkennbaren Belastung für das Kind, können kürzere oder längere Zeiten sinnvoll sein.

In den ersten drei Tagen wird kein Versuch unternommen, das Kind einige Zeit ohne die Anwesenheit der Begleitperson zu betreuen.

Nach dem Trennungsversuch am 4. Tag entscheidet sich, ob eine kürzere oder längere Eingewöhnung stattfindet. (Siehe MU 1 Eingewöhnungsmodell)

Die Eingewöhnungszeit ist beendet, wenn das Kind eine tragfähige Beziehung zu einer Erzieherin aufgebaut hat und bei Bedarf von ihr getröstet werden kann.

Wenn irgend möglich, sollte das Kind nach Abschluss der Eingewöhnungszeit während der ersten Wochen die Einrichtung nur halbtags besuchen.

Hat ein Kind bereits vor seiner regulären Aufnahme in die Kindertageseinrichtung eine tragfähigen Beziehung zu einer Erzieherin aufgebaut  z.B. durch häufige Besuche im Kindergarten als Geschwisterkind, kann in Absprache mit den Eltern eine andere Regelung gefunden werden.

Dadurch, dass alle Erzieherinnen für die Eingewöhnung Ansprechpartner für Eltern und Kinder sind, nehmen die Erzieherinnen in den ersten vier Wochen möglichst keinen Urlaub.

Mitgeltende Unterlagen (einzusehen im Kindergarten):

  1. Übersicht Eingewöhnungsmodell Infans
  2. Die Eingewöhnungszeit im Kindergarten (Kurzfassung für Eltern)
  3. Sanfte Eingewöhnung